Beschreibung
Schmid, Ambrosi (1944). Anleitung zur Maultierzucht. Eidg. Drucksachen- und Materialzentrale in Bern 1944. 42 Seiten.
Die Eidgenössische Zentralstelle zur Förderung der Maultierzucht, als deren Chef der Oberpferdarzt, Herr Oberstbrigadier Collaud zeichnet, hat die Herausgabe der vorliegenden Broschüre in deutscher, französischer und italienischer Sprache veranlasst. Es handelt sich um ein Heft von 35 Seiten Text mit einer Beilage von 12 Abbildungen auf Kunstdruckpapier. Die Schrift behandelt alles, was der Züchter, der Halter, der Liebhaber des Maultieres wissen sollte. Der Mulus ist das Tier aus Mysien, der Gegend zwischen Syrien und dem Ganges. Im Mittelalter und Neuzeit hat es sich über weite Gebiete der alten und der neuen Welt verbreitet. An der Spitze stehen mit der prozentualen Häufigkeit Bolivien, Spanien und Griechenland, während die Schweiz mit weniger als 1 Stück auf 1000 Einwohner ganz am Schluss rangiert. In unserem Lande ist der Bestand seit 80 Jahren nahezu gleich geblieben, im Kanton Bern hat er sich in dieser Zeit fast versechsfacht, Graubünden hat heute 13 mal mehr Maultiere als 1866, dagegen ist die Zahl in anderen Kantonen geringer geworden. Den meisten Platz nehmen natürlich die leitenden Gesichtspunkte für die Züchtung dieses Bastards ein. Weitere Kapitel behandeln die öffentliche Beurteilung, die Durchführung der Aufzucht, Haltung, Pflege und Fütterung, Krankheiten, Zucht und Gebrauchsschäden und schliesslich die Förderung der Zucht mit Vorschlägen für all gemeine und besondere Massnahmen. Bisher musste der weitaus grösste Teil der Maultierfohlen eingeführt werden. Unser Land wäre aber in der Lage, den derzeitig benötigten Nachwuchs von 200 bis 300 Stück selber zu produzieren. Ausserdem würden sich in den schweizerischen Alpkantonen noch bedeutend höhere Bestände an Maultieren als wirtschaftlich ausweisen und für die Armee wäre eine Vermehrung von grossem Nutzen. Beides kann nur durch Zusammenarbeit von Staat, Selbsthilfeorganisationen und den privaten Züchtern zustande kommen. Der Tierarzt ist berufen, für die Ausdehnung von Zucht und Haltung des Maultieres eine wichtige Rolle zu spielen. Deshalb sei jedem Kollegen das Studium der vorliegenden Schrift angelegentlich empfohlen.



