Beschreibung
Ernst, Susanne (2020). Mazel Monbeau – eine Mulisophie. 48 Seiten.
Es ist Mitte Dezember 2016. lch hänge wieder einmal meinem ewig gehegten Traum vom eigenen Reittier nach. Man hat ja sonst nichts zu tun im Dezember. Zwar können mein Mann und ich immer noch nicht wirklich gut reiten. Wir haben uns mit Ende Fünfzig entschieden Reitstunden zu nehmen und haben auch circa dreimal an Trekkings teilgenommen. Aber Insider wissen: Das Ganze erinnert dann eher an einen «Fleischtransport» als an Reitsport. Galoppiert wird, wenn alle galoppieren, Trab gilt für alle und Schritt eben so und wehe du willst ausnahmsweise etwas anderes als die ganze Truppe!? Anhalten beim Überqueren einer Strasse zum Beispiel, wenn die anderen schon drüben sind! Als Mädchen schon wollte ich immer reiten. Aber nichts kam meinen Eltern abstruser vor, als Geld auszugeben für Reitstunden. So was Unnötiges, Nutzloses. Abgesehen davon, dass Geld in unserer Familie damals nicht so üppig vorhanden war. Da waren aber Ferien mit meiner Tante Trudy, Onkel Henry und Cousine Franziska in Blatten im Lötschental. Da standen die Mulis, die das Hotel Fafleralp mit allem Nötigen versorgten. Es gab damals noch keine Fahrstrasse. Ein Bild für Götter und Nahrung für meine Träume. Und dann hatte ich einen Cousin, der bei den Dragonern war. Und es stand immer ein «Fribi» Militärpferd dort im Stall auf dem Bauernhof, auf dem ich viele Ferien verbrachte. Und am Sonntag ritt dann der grosse, hübsche, junge Mann jeweils aus. Das Bild dieses Mannes! In meinen Augen damals DER Inbegriff aller meiner Jungmädchenträume. Justin Biber von anno dazumal.



